Verfasst von: Paul P.Maeser | 12. Dezember 2011

It’s Barney Frank!

…oder genauer: Das House Financial Services Committee (Democratic Staff). Nach einer kurzen Interview-Phase freue ich mich, daß ich in der vergangenen Woche im House of Representatives anfangen durfte.

Ranghöchstes Mitglied (Ranking Member) der Demokraten ist Barney Frank aus Massachusetts – ein langjähriges Mitglied, das sich durch Humor und Schlagfertigkeit auszeichnet. (Wikipedia | Video) Congressman Frank wurde im verganenen Jahr zum Namenspatron für die Finanzmarktreform, den Dodd-Frank-Act. Barney Frank ist Mitglied im Repräsentantenhaus seit 1978, hat allerdings kürzlich bekanntgegeben, daß er im kommenden Jahr nicht wieder zur Wahl antreten wird (Video).

Insgesamt besteht der Ausschuß für Finanzdienstleistungen aus 34 republikanischen und 27 demokratischen Abgeordneten. Weitere prominente Ausschussmitglieder sind die republikanischen Präsidentschaftsanwärter Michelle Bachmann und Dr. Ron Paul.

Die Verfassung der Vereinigten Staaten erlaubt es jedermann, das Büro seines Volksvertreters aufzusuchen. Und so erhält jeder Interessierte ohne Anmeldung und Ausweiskontrolle Zutritt zu den Bürogebäuden des gesamten Kapitols. Daher kann auch jeder mein Büro Nr. 347 im Cannon Building aufsuchen. Das älteste der drei House Office Buildings beinhaltet ein Rondell mit einer äußerstet telegenen Sicht nach innen auf eine klassisch gestaltete Kuppel sowie nach außen vom Balkon links neben meiner Bürotür auf das Kapitol. Daher ist die Wegbeschreibung für meine Kollegen relativ einfach: „Dort, wo die Presse ist“ – an manchen Tagen erfordert der Weg zur Arbeit regelrechte Aufmerksamkeit für Kabel, Kameras und Mikrofone. Und man gewinnt sicherlich nicht Freunde, wenn man während einer Live-Schaltung oder eines Interviews durch das Bild läuft. Bei wichtigen Fristen plant man also immer fünf Minuten mehr für den Weg ein.

Für einen Besuch empfiehlt es sich jedoch, trotzdem einen Termin zu vereinbaren. Ärgerlich wäre eine Anreise aus Hawaii, Alaska oder American Samoa mit großer Euphorie und Motivation, wenn niemand da ist. Und das passiert relativ häufig: Die Anwesenheit am eigenen Schreibtisch ist keine Selbstverständlichkeit, und sie nimmt ab, je mehr Smartphones im Umlauf sind. Abgeordnete und Mitarbeiter befinden sich in Ausschusssitzungen, Abstimmungen, Konferenzzimmern, Vortragsräumen, Flugzeugen, im Wahlkreis, vereinzelt sogar auf Auslandsreisen und letztlich auch mal zu Hause. Anfragen von Bürgern, Unternehmen, Verbänden oder Lobbyisten nehmen in der digitalen Welt eher zu als ab und erfordern jeden Tag eine gute Organisation aller Mitarbeiter.

Pausen sind in diesem Rhythmus aber auch vorgesehen: Traditionell verabschieden sich die Abgeordneten geschlossen in den Weihnachtsurlaub und kommen erst Mitte Januar wieder in das Kapitol zurück.

Doch auch der Urlaub will verdient sein. In diesem Jahr droht ein Nachsitzen, wenn die Mehrheit am Dienstag nicht dem Vorschlag zur payroll tax von Speaker John Boehner folgen sollte…

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Responses

  1. Die deutsche Botschaft berichtet über meine „Vorgänger“ im Congress:
    Eine hiesige Ausstellung berichtet über die vielen Deutschamerikaner, die beiden Kammern angehört haben / angehören:

    http://www.germany.info/Vertretung/usa/en/__pr/GIC/2011/12/07__Heritage__Exhibit__PR.html


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